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Burba Brass Akademie

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Wie funktioniert die Methode von Malte Burba?

Malte Burba war tatsächlich der erste, der die physikalische Besonderheit von Blechblasinstrumenten im Vergleich zu allen anderen Musikinstrumenten exakt definierte und zur Basis eines didaktischen Konzepts gemacht hat. Diese Unterrichtsmethode ist inzwischen markenrechtlich geschützt und darf von Georg Birner, einem der lizenzierten Burba®Brass Lehrer, an diesem Institut gelehrt werden.

Aber zunächst einmal: Warum brauchen Blechbläser schon wieder eine Extrawurst, wozu brauchen Blechbläser eine spezielle Lehrmethode? Reicht es nicht, dass sie sich durch exzessive Wirtshausbesuche von den anderen Musikern abheben? Dazu muss man bedenken, dass Blechblasinstrumente physikalisch gesehen gar keine richtigen Musikinstrumente sind. Normalerweise kann ein Instrument ja nur zwei Dinge machen: einen Ton erzeugen und einen Ton verstärken, es besteht also aus einem Schwingungserzeuger (Generator) und einem Schwingungsverstärker (Resonator). Bei Klavier, Gitarre, Geige sind die Saiten der Generator und der Kasten der Resonator, oder bei Holzblasinstrumenten erzeugt das Blatt die Schwingung, und das Rohr verstärkt sie. Anders bei Blechblasinstrumenten! Ihnen fehlt schlicht der wichtigste Bestandteil, der bei allen anderen Musikinstrumenten die physikalische Basis der Tonerzeugung ist, nämlich der Generator! Der Musiker ist also nicht nur der Auslöser der physikalischen Generatorfunktion, indem er eine Taste drückt, an einer Saite rupft oder auf ein Blatt beißt, sondern der Körper des Musiker selbst, die Lippen in Verbindung mit der Luft, ist der Schwingungserzeuger. So gesehen ist eben ein Blechblasinstrument kein vollwertiges - weil unvollständiges - Musikinstrument (gehässige Streicherkollegen haben das ja schon immer geahnt) und der Musiker, der ein Blechblasinstrument erlernen will, findet kein Musik-Instrument vor, sondern nur einen Schwingungsverstärker, den es mit vollem Körpereinsatz zu bändigen gilt. Die Funktion des Schwingungserzeugers im eigenen Körper muss er sich demnach erst erarbeiten. Ein Teil der Arbeit ist quasi die eines Instrumentenbauers.

Wenn bei einem Klavier die Hälfte der Tastatur fehlt oder bei einer Orgel der Motor nicht funktioniert, würde man vor dem Spielen auch immer einen Instrumentenbauer heranziehen; wenn Blechbläser Schwierigkeiten mit den Problemfeldern Klang, Ausdauer, Umfang und Kontrolle haben, dann sind das keine Probleme des Instruments oder der Musik, sondern Probleme des Generators, die dort gelöst werden sollten, wo sie entstehen, nämlich durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Dazu muss man nur wissen, wie der Generator physikalisch funktioniert und welche einfachen und natürlichen Möglichkeiten unser Körper hat, diese physikalischen Anforderungen zu meistern.

Dabei haben Blechbläser zusätzlich zur Andersartigkeit der Schwingungserzeugung im Gegensatz zu den meisten anderen Instrumentalisten auch noch besondere Probleme, die aus den verschiedenen Qualitäten von Muskulatur herrühren:

  • es gibt bewusste Muskulatur, die aus dem Alltag vertraut ist (z.B. die Finger), 
  • es gibt unbewusste Muskulatur (z.B. die mimische Muskulatur),
  • es gibt vegetative Muskulatur, die zum körpereigenen „Betriebssystem“ gehört und normalerweise nicht bewusst und direkt gesteuert wird (z.B. die Atmung), 
  • es gibt psychomotorische Muskulatur, die auf unsere Befindlichkeit reagiert (Stimmbänder, Atmung),
  • es gibt Muskulatur, die z.T. nur nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten ohne physiologische Aktivität funktionieren kann (auch die Stimmbänder) und
  • natürlich gibt es jede Menge Überschneidungen/Zusammengehörigkeiten.

Lästigerweise benötigt aber ein Blechbläser all diese "unnormalen" Muskeln, um den körpereigenen Generator in Gang zu setzen.

Bei der Ausbildung wird:

  • ein Bewusstsein für die Muskeln geschaffen, die Blechbläser zum Spiel auf ihrem Instrument benötigen, 
  • ein Übungsprogramm erstellt, durch das die notwendigen Muskeln trainiert werden und 
  • gelernt, wie man überflüssige oder gar kontraproduktive Aktivitäten vermeidet. 

Der besondere Vorteil dieses auf mehrere Jahre konzipierten Ausbildungsprogramms ist, dass alle Übungen zunächst unabhängig vom Instrumentalspiel praktiziert werden! Die Musiker spielen also auf ihrem Instrument wie gewohnt weiter und verbessern unabhängig davon ihre motorischen Voraussetzungen. Sie brauchen auch später in der Regel nicht bewusst in den Vorgang des Spielens einzugreifen, weil die Übungen vor allem die intuitiven Fähigkeiten verbessern und weitgehend ohne bewusste Verhaltensänderungen das Spiel positiv verändern.

Insgesamt bedeutet dies, dass ein Blechbläser mehr Arbeitsfelder hat als andere Musiker:

  • wir wollen musizieren,
  • wir müssen technische Geläufigkeit trainieren, z.B. Tonleitern und Artikulation üben,
  • wir können durch die Burba®Methode unsere bläserische Funktionalität effizienter machen, indem beim Spiel auf dem Instrument die physikalisch notwendigen Parameter besser kontrollierbar sind,
  • wir sollten mit der Burba®Methode als Voraussetzung für Punkt 3. unseren Körper konditionieren.

Unterstützung und Anleitung bei der Lösung aller Blechblas-Probleme bieten die lizenzierten Burba®Lehrer, die allesamt hervorragend ausgebildet sind und sich regelmäßig weiterqualifizieren.

Malte Burba gibt regelmäßig Brass Workshops, die jeder Blechbläser mal besucht haben sollte:

brassworkshop.de